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Aktiver oder passiver Anlagestil?

Flash #3, 24. Oktober 2024

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Der passive Anlagestil setzt die vom Anleger gewählte Anlagestrategie regelbasiert oder eben «passiv» um und übernimmt innerhalb der Anlagekategorien die Titelzusammensetzung der jeweiligen Kategorien-Benchmark. Der aktive Anlagestil versucht indes, mittels aktiver Anlagetaktik (temporäre Über- und Untergewichtung der Anlageklassen) und aktiver Titelselektion gegenüber dem passiven Anlagestil innerhalb der Anlageklassen einen zusätzlichen Mehrwert zu schaffen.

Vorweg erinnern wir uns noch einmal an die Schlüsselerkenntnis aus dem Economico Flash 2: Die aktiven Bewirtschaftungsdimensionen Anlagetaktik und Titelselektion haben im Vergleich zur Wahl der Anlagestrategie ohnehin nur einen geringen Einfluss auf das Anlageergebnis, womit auch die Frage nach dem Anlagestil nicht überschätzt werden sollte. Ausser natürlich in Bezug auf die resultierenden Kosten – dies weil der aktive Anlagestil substanziell höhere Kosten verursacht.

Und was ist nun erfolgreicher: Der aktive oder passive Anlagestil? Es kommt darauf an, wen man fragt. Der Vermögensverwalter wird Ihnen sagen, dass der aktive Anlagestil zu bevorzugen sei. Dabei müssen Sie sich als Anleger aber bewusst sein, dass der Vermögensverwalter mit einem aktiven Anlagestil auch schlicht und einfach mehr verdienen kann und damit in seinem Urteil nicht unabhängig ist. Konsultiert man hingegen unabhängige Quellen, so ist der Erfolgsausweis der aktiven Vermögensverwaltung dürftig.

Einen eindrücklichen Vergleich liefert die Fondsplattform Morningstar. Dort wird in diversen Anlageklassen untersucht, welcher Anteil der aktiven Fonds ihren Benchmark schlagen kann. Im Ergebnis liegt in keiner Anlageklasse der Anteil der erfolgreichen Fonds nach 15 Jahren über 25 Prozent. Die übrigen 75 Prozent haben schlechter als ihre Benchmark abgeschnitten oder aber der Fonds wurde in der Zwischenzeit liquidiert – was auch nicht gerade als Qualitätssiegel für den Fonds zu werten ist.

In Economico wird der Fokus auf die passive, kosteneffiziente Vermögensverwaltung gelegt. Die offerierten Vermögensverwaltungsmandate nutzen in den verschiedenen Anlageklassen passive Fonds (entweder Exchange Traded Funds, kurz ETF oder ausserbörsliche Indexfonds). Als Anlagestiloptionen stehen dem Anleger die Varianten «passiv gemäss Marktkapitalisierung» oder «passiv unter Berücksichtigung von ESG-Kriterien» zur Auswahl. Probieren Sie es aus.

Takeaways

  • Langfristig übertreffen nur rund 25 Prozent der aktiven Manager ihre Benchmark.
  • Die übrigen 75 Prozent sind schlechter als die Benchmark oder schliessen den Fonds.
  • Dies spricht für die passive Vermögensanlage.

Dr. Ueli Mettler, p-alm Software AG

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Takeaways

  • Langfristig übertreffen nur rund 25 Prozent der aktiven Manager ihre Benchmark.
  • Die übrigen 75 Prozent sind schlechter als die Benchmark oder schliessen den Fonds.
  • Dies spricht für die passive Vermögensanlage.