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Das Teuerungsgespenst in der Vorsorgeplanung

Flash #60, 5. Februar 2026

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In der Finanz- und Vorsorgeplanung ist entscheidend, wie die zukünftige Teuerung berücksichtigt wird. Vielerorts gilt diesbezüglich das Vorsichtsprinzip: Die zukünftigen Ausgaben werden durch eine angenommene Teuerungsrate erhöht, während Einnahmen und Vermögensentwicklung nicht entsprechend angepasst werden. Diese Praxis führt jedoch zu ökonomisch inkonsistenten Planungsergebnissen.

Zum einen verfügen AHV- und IV-Renten über einen eingebauten Teuerungsschutz gemäss Art. 33ter AHVG. Steigen Löhne und Preise, steigen auch die AHV-Renten.

Auch die PK-Rente muss gemäss Art. 36 BVG grundsätzlich an die Teuerung angepasst werden. Der obligatorische Teil der PK-Rente ist zwingend anzupassen, während der überobligatorische Teil angepasst wird, sofern es die finanzielle Situation der Pensionskasse erlaubt. Viele Pensionskassen haben in den letzten Jahren zudem regelgebundene Beteiligungsmodelle eingeführt, die auch Rentnern eine Beteiligung an positiven Entwicklungen ermöglichen.

Steigen die Preise, steigen in der Regel auch die Zinsen. Höhere Zinsen führen wiederum zu höheren nominalen Anlagerenditen und damit zu einem nominalen Wertzuwachs des Vermögens. Dieses Phänomen, dass Vermögenswerte bei steigender Inflation nominal ebenfalls wachsen, bezeichnet man als «Asset Inflation».

Ein Teuerungsschub führt somit dazu, dass sich nicht nur die Ausgaben, sondern auch Einkommen sowie Vermögens- und Schuldwerte an das neue Preisniveau anpassen. Kurzfristig können sich diese Anpassungen unterschiedlich schnell vollziehen, mittel- bis langfristig gleichen sich die Effekte jedoch weitgehend aus.

Was bedeutet dies für die Finanz- und Vorsorgeplanung? Bei der Fortschreibung der verschiedenen finanziellen Grössen sollte eine Teuerungsanpassung entweder konsequent für alle Variablen vorgenommen werden – oder für keine. Das häufig angewandte Vorsichtsprinzip, bei dem nur Ausgaben, nicht aber Einkommen und Vermögen an die Teuerung angepasst werden, führt zu verzerrten Planungsergebnissen.

Da Teuerungsprognosen grundsätzlich unscharf und fehleranfällig sind, ist es aus unserer Sicht durchaus sinnvoll, in der Finanz- und Vorsorgeplanung ganz auf Teuerungskorrekturen zu verzichten und stattdessen mit heutigen, bekannten nominalen Grössen zu arbeiten. Diese Perspektive basiert auf der plausiblen Annahme, dass sich ein Teuerungsschub mittel- bis langfristig auf alle Geldgrössen in ähnlicher Weise auswirkt.

Takeaways

  • Teuerung beeinflusst – auf kurz oder lange – alle Geldgrössen in ähnlicher Weise.
  • Mit dieser Gewissheit kann man sich aufwändige und fehlerhafte Teuerungsprognosen in der Vorsorgeplanung sparen.

Dr. Ueli Mettler, p-alm Software AG

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Takeaways

  • Teuerung beeinflusst – auf kurz oder lange – alle Geldgrössen in ähnlicher Weise.
  • Mit dieser Gewissheit kann man sich aufwändige und fehlerhafte Teuerungsprognosen in der Vorsorgeplanung sparen.