Wissen > Economico Flash ⚡ > Lohnt sich Wertschriftensparen nach Kosten und Steuern überhaupt?

Lohnt sich Wertschriftensparen nach Kosten und Steuern überhaupt?

Flash #36, 26. Juni 2025

36_Flash_DE.png

Der Chart der Woche kommt zugegebenermassen etwas haarig daher, ist aber gar nicht so kompliziert: Wir berechnen darin für verschiedene Anlageklassen die Nettorendite, indem wir von der erzielten Bruttorendite Kosten und Steuern abziehen. Das ist bereits alles.

Für die vier Hauptanlageklassen wurden für das Zeitfenster 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2024 Durchschnittsrenditen und jährliche Kapitalerträge (Dividenden bzw. Zinserträge) ermittelt. Das betrachtete Anlagejahrzehnt war von einem überdurchschnittlichen US-Aktienmarkt, einem soliden Schweizer Aktienmarkt und einem Tief- bzw. Nullzinsumfeld im Schweizer Franken geprägt.

Nun zu den einzelnen Kosten- und Steuerabzügen:

  • Wiederkehrende Kosten: Die unverhandelten Kosten der marktüblichen traditionellen Vermögensverwaltung liegen bei 2% bis 3%. Das Bestpreisangebot auf dem Economico Marktplatz liegt hingegen bei rund 0.48%.
  • Einstiegs- / Ausstiegskosten: Sogenannte Roundtrip-Kosten entstehen beim Aufbau und Abbau des Portfolios. Die auf Economico-Marktplatzdaten basierenden Kosten werden gedrittelt, womit implizit eine Haltedauer von drei Jahren unterstellt wird.
  • Ausländische Quellensteuern: Dividendenerträge aus ausländischen Aktien unterliegen einer länderspezifischen Quellenbesteuerung.
  • Individuelle Einkommensbesteuerung: Die Nettodividenden- und Zinserträge unterliegen der individuellen Einkommensbesteuerung. In der Analyse wurde ein Steuersatz von 25% angenommen, der je nach Steuerdomizil auch höher oder tiefer sein kann.

Was bleibt also übrig? Obligationen, die bereits brutto wenig Rendite liefern, bleiben im aktuellen Tiefzinsumfeld nach Kosten und Steuern ein Verlustgeschäft. Selbst bei kosten- und steuereffizienter Umsetzung erreichen sie kaum eine positive Nettorendite. Aktien hingegen haben auch nach Kosten und Steuern in dieser Zehnjahresperiode noch eine positive Rendite erzielt.

Mischt man diese Anlageklassen zu einem Gemischtportfolio, zeigt sich einmal mehr die enorme Bedeutung der Kosten in der Portfoliobewirtschaftung. Die marktüblichen, unverhandelten Kosten der Vermögensverwaltung haben – zusammen mit der Steuerbelastung – die Rendite eines repräsentativen Gemischtportfolios weitgehend aufgezehrt.

Takeaways

  • Im Tiefzinsumfeld lieber das Geld auf dem Konto lassen als in Obligationen investieren.
  • Ohne Kosteneffizienz in der Umsetzung verdienen alle an Ihrem Portfolio ausser Sie selbst.

Dr. Ueli Mettler, p-alm Software AG

Folgen Sie uns auf LinkedIn

Takeaways

  • Im Tiefzinsumfeld lieber das Geld auf dem Konto lassen als in Obligationen investieren.
  • Ohne Kosteneffizienz in der Umsetzung verdienen alle an Ihrem Portfolio ausser Sie selbst.