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Anlagestrategie: Auswahl der Anlageklassen
Flash #18, 20. Februar 2025
Der Entscheid, welche Anlageklassen für die Zusammenstellung einer Anlagestrategie berücksichtigt werden, ist von absolut zentraler Bedeutung. Zunächst etwas Semantik: Die Begriffe Anlageklasse und Anlagekategorie werden synonym verwendet. Beide Begriffe sind jedoch abstrakter Natur: der Begriff „Aktien Schweiz“ gibt weder vor, in welche Anlageinstrumente und Gewichtung konkret investiert werden soll, noch liefert er eine messbare Anlagerendite. Eine Anlageklasse wird erst ökonomisch fassbar durch die Zuordnung eines Benchmarkindex: ein Index beinhaltet eine konkrete Investitionsanweisung, welche Titel mit welchem Gewicht gekauft werden sollen und liefert eine messbare Performance. Mit der Wahl der Anlageklasse unverzichtbar einher geht damit die Spezifikation des zugehörigen Benchmarkindex.
Folglich lohnt es sich als Anleger, sich je Anlageklasse auch mit den Konstruktionsprinzipien der zugeordneten Benchmark auseinanderzusetzen. Auf Economico haben wir dafür je Index ein Factsheet mit nützlichen Informationen aufbereitet.
Nun kommen die Economico Standardstrategien mit gerade mal fünf Anlageklassen aus. In der Augur Prognoseapplikation, die wir im Flash 17 vorgestellt haben, werden derweil über 90 unterschiedliche Anlageklassen gepflegt. Wie kann man von so wenigen auf so viele Anlageklassen (und umgekehrt) kommen?
- Aggregationsebene: Die Zahl der Anlageklassen hängt entscheidend von der Wahl der Aggregationsebene ab. Die Anlageklasse Aktien Global kann mittels Zuordnung eines Weltmarktindex (typischerweise MSCI World Developed Markets) als eine Anlageklasse berücksichtigt werden. Oder aber man kann in die Regionen oder sogar einzelnen Länder hinuntersteigen und diese als separate Anlageklassen berücksichtigen. Dies ist nur eine von vielen Gliederungsoptionen, die sich direkt auf die Anzahl resultierender Anlageklassen auswirkt.
- Berücksichtigung von Nischensegmenten: Der Finanzindustrie gehen die Ideen nicht aus, laufend neue Anlageklassen zu erschaffen, seien es „Hedge Funds“, „Private Equity“, Rohstoffe, „Microcredit“, Kryptowährungen – um nur einige zu nennen. Natürlich nicht ganz ohne Eigeninteresse, weil mit der Umsetzung dieser Nischensegmente eine höhere Marge als in den Standardkategorien erzielt werden kann.
Eine Feingliederung der Anlagestrategie – so wie sie in Economico mit der Vorgabe einer Individualstrategie möglich ist – macht Sinn, wenn Sie konkrete Präferenzen und/oder eine klare Investitionsmeinung zu einzelnen Subkategorien haben. In allen anderen Fällen sind Sie mit wenigen, breit gefassten Anlageklassen bestens bedient, erstens weil empirisch nur wenige diesen (einfachen) Gliederungsansatz übertreffen und andererseits weil Sie diese Anlagestrategie einfach, transparent und kosteneffizient umsetzen können.
Takeaways
- Zu jeder Anlageklasse gehört ein Benchmark
- Die Verwendung weniger, breit diversifizierter Anlageklassen ermöglicht eine einfache und kosteneffiziente Umsetzung.
Takeaways
- Zu jeder Anlageklasse gehört ein Benchmark
- Die Verwendung weniger, breit diversifizierter Anlageklassen ermöglicht eine einfache und kosteneffiziente Umsetzung.
