Wissen > Economico Flash ⚡ > Anlagestrategie: (Keine) Kryptowährungen
Anlagestrategie: (Keine) Kryptowährungen
Flash #25, 10. April 2025
Die Economico Standardportfolios sind bezüglich Berücksichtigung von Anlageklassen schlank unterwegs. Viele Anlageklassen fehlen. Zwei prominente Beispiele greifen wir uns in den nächsten zwei Flashes heraus: Kryptowährungen und Privatmarktanlagen (Private Equity).
Gehören Kryptowährungen ins Portfolio? Ganz ehrlich – ich weiss es nicht. Die Befürworter vergleichen die Entwicklung der Kryptowährungen mit dem Aufkommen des Internets zum Ende des letzten Jahrtausends und sehen die hohe Volatilität und die ständigen Wechsel in der Hackordnung dieser Industrie (siehe Chart der Woche) analog zur Dotcom-Krise 2003 als übliche Begleiterscheinungen des nicht aufzuhaltenden Triumphzuges einer neuen, bahnbrechenden Technologie. Die Gegner ziehen Parallelen mit der niederländischen Tulpenmanie 1636/37 – eine der grössten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte. Damals wie heute – so die Gegner – ist das Verhalten der Akteure durch Herdentrieb, bzw. dem Modewort FOMO (fear of missing out) geprägt.
Back to the basics: Die Rendite jeder Kapitalanlage setzt sich aus einer Kapitalertrags- und einer Wertsteigerungskomponente zusammen. Der Kapitalertrag lässt sich bei Nominalwerten aus der Verfallsrendite, bei Aktien aus der Gewinn- bzw. daraus abgeleiteten Dividendenrendite und bei Realwertanlagen wie Immobilien aus dem Nutzungs- oder Mietertrag ableiten. Abzüglich Kosten. Die Wert- oder Preisänderungskomponente ist positiv, wenn die Nachfrage das Angebot nach dem Kapitalgut übersteigt – und umgekehrt. Wertänderungen vorauszusagen setzt damit die Voraussage des Nachfrage- und Angebotsverhaltens voraus. Value-Anleger fokussieren sich auf Anlagen mit hohem Kapitalertrag und akzeptieren Preis- und Wertveränderungen als kaum prognostizierbares Nebengeräusch.
Anlagen in Kryptowährungen sind – abgesehen von der Erzielung von Staking- und Miningerträgen, was zusätzliche Kosten und Risiken mit sich bringt – Anlagen ohne Kapitalertrag und damit reine Preiswetten. Diese Preiswette kann nur aufgehen, wenn die Nachfrage nach Kryptowährungen stetig zunehmen wird. Wer an dieser Preisspekulation teilnimmt, muss folglich von diesem stetigen Nachfragewachstum überzeugt sein.
Zum Schluss noch zur Umsetzung: In Kryptowährungen kann direkt investiert werden, indem ein «Wallet» eingerichtet wird. Verschiedene Technologieprovider bieten die Einrichtung solcher Wallets an. Die indirekte Investition beinhaltet den Erwerb von börsengehandelten Fonds / ETF, die entweder in einzelne Kryptowährungen oder einen Korb bzw. Index von Kryptowährungen investieren. Beachten Sie dabei die Kosten – die TER dieser Gefässe variieren von 0.2% bis über 2%. Falls Sie einen Anteil Kryptowährungen in Ihrem Vermögensverwaltungsmandat berücksichtigen möchten, sprechen Sie dies bei Ihrem Anbieter an. Auch verschiedene Anbieter im Economico Anbieteruniversum offerieren explizit diese Möglichkeit.
Takeaways
- Kryptowährungen erzielen keinen Kapitalertrag.
- Eine Anlage in Kryptowährungen ist deshalb als (volatile) Preiswette zu sehen.
Takeaways
- Kryptowährungen erzielen keinen Kapitalertrag.
- Eine Anlage in Kryptowährungen ist deshalb als (volatile) Preiswette zu sehen.
