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Anlagestrategie: (Keine) Privatmarktanlagen
Flash #26, 17. April 2025
Mit dem Flash 26 und der Frage, ob Privatmarktanlagen in ein Vermögensverwaltungsportfolio von Privatanlegern gehören, beschliessen wir unsere Odyssee durch das Thema Anlagestrategie bzw. die «Investment Beliefs» hinter der Konstruktion der Economico Standardportfolios.
Unter Privatmarktanlagen fallen alle Anlagen, die nicht an einer Börse oder einem anderen liquiden Sekundärmarkt handelbar sind. Neben den Produktsparten Private Equity und Private Debt gehören auch nicht börsenkotierte Immobilien- oder Infrastrukturanlagen dazu. Auch Ihr Eigenheim, Ihre Beteiligung an einer KMU oder der Besitz eines Bauernhofs gehören zu den Privatmarktanlagen.
Drei Gründe sprechen gegen den Einsatz von Privatmarktanlagen in der Vermögensverwaltung von Privatanlegern:
1. Diversifikation: Privatanleger haben schon reichlich Privatmarktanlagen in ihrem Besitz. Allein der Liegenschaftsanteil des Durchschnittsschweizers beläuft sich gemäss Flash 14 auf 47%. Damit sind die Privatanleger die Anlegergruppe mit dem weitaus grössten Privatmarktanlagenanteil im Portfolio.
2. Liquidität: Privatmarktanlagen sind nicht liquide handelbar. Gleichzeitig ist die Liquiditätsplanung von Privatpersonen – im Vergleich zu institutionellen Anlegern – eine anfällige Sache: plötzliche Lebensereignisse wie Arbeitsplatzverlust, Unfall oder Scheidung können unmittelbar einen substanziellen Liquiditätsbedarf auslösen. Sitzt man dann nur auf illiquiden, kaum veräusserbaren Anlagen, hat man ein Problem. Kontokorrent- und Wertschriftenanlagen sollen deshalb für Private das Ventil bilden, um solche Liquiditätsengpässe zu meistern.
3. Kosten: Privatmarktanlagen sind geprägt von einem hohen Informationsgefälle zwischen Anbieter und Anleger, die Fondsverträge sind oft nicht im Interesse der Anleger ausgestaltet, die Bewirtschaftungskosten sind hoch und teilweise undurchsichtig. Selbst institutionelle Anleger mit Zugang zu eigenen, qualifizierten Recherche-Kapazitäten tun sich schwer, Privatmarktanlagen zu identifizieren, die nach Kosten mit den jeweiligen «Public Market Equivalents» – sprich ökonomisch vergleichbaren kotiert-liquiden Anlagen – mithalten können.
Es mag sein, dass der Einsatz von Privatmarktanlagen für Ihren Anbieter attraktiv ist, weil er damit zusätzliche Produktgebühren erwirtschaften kann. Für Sie als Anleger:in stellen wir den Mehrwert einer Beimischung von Privatmarktanlagen ins Vermögensverwaltungsportfolio jedoch in Frage.
Takeaways
- Privatmarktanlagen eignen sich nicht für ein privates Vermögensverwaltungsdepot.
- Mit Eigenheim und Vorsorgevermögen haben viele Privatanleger schon (mehr als) genug illiquide Anlagen im Portfolio.
Takeaways
- Privatmarktanlagen eignen sich nicht für ein privates Vermögensverwaltungsdepot.
- Mit Eigenheim und Vorsorgevermögen haben viele Privatanleger schon (mehr als) genug illiquide Anlagen im Portfolio.
