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Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Pensionskasse: Risiko und Rendite
Flash #49, 6. November 2025
Die quantitativen Kennzahlenvergleiche der Pensionskassen stützen wir auf die Webdatenbank www.pensionpeers.ch der c-alm. Da werden jährlich seit 2016 mit einigem Aufwand und viel Liebe fürs Detail über 50 Kennzahlen aus den Geschäftsberichten der Pensionskassen herausgelesen. Diese Datenbasis lässt sich für allerhand verwenden.
Zum Beispiel für die Diskussion der Rendite-Risiko-Eigenschaften einer Pensionskasse.
Die Theorie lautet wie folgt: Je risikofähiger eine PK, desto risikoreicher kann sie anlegen. Und je risikoreicher sie anlegt, desto höher werden (im Durchschnitt!) auch die Renditen ausfallen, die erwirtschaftet werden. Und natürlich will man bei einer PK versichert sein, die möglichst hohe Renditen erwirtschaftet.
Am Ursprung dieses Kreislaufs steht also die Risikofähigkeit. Wer bei einer renditestarken PK sein will, muss zu einer risikofähigen PK gehen. Der Gesetzgeber schreibt in Art. 50 Abs. 4 BVV 2 vor, wie die Risikofähigkeit einer PK zu verstehen ist. Anstatt einer Messgrösse definiert er gleich deren zwei: Zum einen sei die finanzielle Situation einer PK – gemessen durch den Deckungsgrad – massgeblich für die Risikofähigkeit. Zum anderen sei die Versichertenstruktur einer PK für deren Risikofähigkeit zu berücksichtigen: je mehr Aktivversicherte und je weniger Rentner eine PK hat, desto risikofähiger ist sie und desto mehr Anlagerisiko kann sie tragen.
Nun von der Theorie zur Praxis: wenn die Theorie stimmt, würde man erwarten, dass risikofähigere Kassen mehr Anlagerisiko übernehmen und dadurch über längere Zeit höhere Renditen erzielen.
Wir haben im Chart der Woche die von den PK’s durchschnittlich über die letzten fünf Jahren erzielten Anlagerenditen anhand des Deckungsgrads ihren finanziellen Reserven gegenübergestellt.
Und tatsächlich scheint es den vermuteten Zusammenhang – im Chart angedeutet durch die steigende Trendlinie – zu geben. Je höher der Deckungsgrad als Mass für die (finanzielle) Risikofähigkeit einer Vorsorgeeinrichtung, desto höher war die Anlagerendite über die Jahre 2020 bis 2024.
Aber Achtung: Der gezeigte Vergleich kann teilweise auch einem Huhn-Ei-Effekt aufsitzen. Ein hoher Deckungsgrad kann zumindest teilweise auch das Ergebnis der überdurchschnittlichen Anlagerendite der letzten Jahre sein.
Auf der Suche nach einer in Zukunft renditestarken PK ist es dennoch angebracht, nach Pensionskassen mit hoher Risikofähigkeit Ausschau zu halten. Diese weisen eine gute Struktur mit vielen Aktivversicherten und wenigen Rentnern auf und verfügen über finanzielle Reserven in Form eines hohen Deckungsgrads.
Takeaways
- Eine risikofähige PK kann hohe Anlagerisiken tragen.
- Eine PK mit hohen Anlagerisiken erzielt im Schnitt höhere Anlagerenditen.
Takeaways
- Eine risikofähige PK kann hohe Anlagerisiken tragen.
- Eine PK mit hohen Anlagerisiken erzielt im Schnitt höhere Anlagerenditen.
