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Anlagetaktik & Market Timing: Die Welt geht unter – was jetzt?

Flash #27, 17. April 2025

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Bevor wir uns mit den Flashes dem Economico-Kernanliegen – der interessewahrenden und kosteneffizienten Umsetzung der Anlagestrategie – zuwenden, befassen wir uns in den Flashes 27 und 28 mit der periodischen Anpassung bzw. dem Rebalancing der Anlagestrategie. Soll dieses aktiv oder passiv regelbasiert erfolgen?

Wenn – wie gerade wieder aktuell – die Weltuntergangspropheten Hochkonjunktur haben, macht sich an den weltweiten Börsen Panik breit. Ist diese Panik angezeigt? Wir untersuchen in diesem Flash den Zusammenhang zwischen dem Auftreten geopolitischer Krisen und dem kurz- bis mittelfristigen Renditeverhalten des Weltaktienmarktes.

Die Messung des geopolitischen Krisenpegels erfolgt gemäss Chart der Woche über den «Geopolitical Risk Index» (GPR). Dieser stellt einen konsistenten und echtzeitnahen Indikator für geopolitische Ereignisse dar, wie sie von Presse, Öffentlichkeit, Investoren und politischen Entscheidungsträgern wahrgenommen werden.

Bei den fünf letzten Krisen erlitt – mit Ausnahme des Ukrainekrieges – der Weltaktienmarkt innert Monatsfrist empfindliche Verluste. Mit Ausnahme von 9/11 und der Ukraine-Krise drehte der Weltaktienmarkt aber wieder ins Positive. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass 9/11 (Dotcom-Krise) und die Ukraine-Krise (weltweit steigende Inflation) von realwirtschaftlichen Entwicklungen begleitet wurden, die nicht oder nur bedingt in einem inneren Zusammenhang mit dem Krisenereignis standen.

Die Marktteilnehmer scheinen also grundsätzlich Krisenereignisse überzubewerten, was zu einer Überreaktion der Märkte führt, die sich in der Folge wieder korrigiert. Falls eine geopolitische Krise jedoch realwirtschaftliche Konsequenzen hat – was bei der aktuellen Zollkrise durchaus möglich ist – kann sie auch langfristig bleibende Schäden an den Aktienmärkten hinterlassen.

Aufgrund der beobachteten Tendenz zur Überreaktion der Märkte ist die Regel, die Anlagestrategie auch in Krisen durchzuhalten, zu befürworten. In der Beratung institutioneller Anleger empfehlen wir eine regelbasierte Rückführung der aktuellen Allokation auf die Anlagestrategie, wenn (grosszügig definierte) Bandbreiten verletzt werden. Dies hält auch die durch das Rebalancing induzierten Transaktionskosten in engen Grenzen.

Den auf Economico offerierenden Anbietern steht es frei, wie sie im Vermögensverwaltungsmandat das laufende Rebalancing auf die Anlagestrategie sicherstellen. Die meisten Anbieter verwenden dafür ebenfalls fixe Rebalancingregeln. Ein Thema, das es sich im konkreten Onboarding-Gespräch mit dem ausgewählten Anbieter zu vertiefen lohnt.

Takeaways

  • Aktienmärkte tendieren bei Krisen zur kurzfristigen Überreaktion
  • Ein diszipliniertes Strategie-Rebalancing mit Fokus auf tiefe Transaktionskosten ist ratsam

Dr. Ueli Mettler, p-alm Software AG

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Takeaways

  • Aktienmärkte tendieren bei Krisen zur kurzfristigen Überreaktion
  • Ein diszipliniertes Strategie-Rebalancing mit Fokus auf tiefe Transaktionskosten ist ratsam