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Traditionelle vs. digitale Vermögensverwaltung
Flash #33, 5. Juni 2025
Der Chart der Woche formuliert die Problemstellung für diesen Flash: „Traditionelle versus digitale Vermögensverwaltung – Finde die 10 Unterschiede!“ Die Antwort: Es gibt keinen! Zumindest nicht aus juristischer Sicht. Bei beiden Dienstleistungen handelt es sich um die „Verwaltung von Finanzinstrumenten (Vermögensverwaltung)“ gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 FIDLEG. Beide Dienstleistungen unterliegen denselben Sorgfalts-, Informations- und Risikoabklärungspflichten, namentlich der vorvertraglichen Durchführung einer Angemessenheits- und Eignungsprüfung. Der für digitale Vermögensverwalter ebenfalls oft verwendete Begriff „Robo Advisor“ ist denn auch irreführend, weil digitale Vermögensverwalter juristisch betrachtet eben gerade nicht eine Beratungsdienstleistung erbringen.
Auch aus Risikosicht sind die beiden Dienstleistungen gleichgestellt. Im Konkursfall des Vermögensverwalters bleibt der Anleger Eigentümer der Wertschriften. Geht die Depotbank, bei der die Wertschriften aufbewahrt werden, in Konkurs, bilden die verwalteten Wertschriften Sondervermögen, das im Konkursverfahren aus der Konkursmasse ausgesondert und an Sie als Anleger ausgehändigt wird.
Auch wenn die Dienstleistungen rechtlich betrachtet identisch sind, haben sich in der Praxis Unterschiede herausgebildet. Vor allem bei den Kosten: Während in der (unverhandelten) traditionellen Vermögensverwaltung Gesamtkosten (inkl. Produktkosten) von 2% bis 3% pro Jahr industrieüblich sind, belaufen sich die wiederkehrenden Kosten des preisführenden digitalen Vermögensverwalters gemäss Economico Marktplatz für ein Aktien- und Obligationenportefeuille von CHF 100‘000 auf gerade mal 0.48% bzw. CHF 480 pro Jahr – notabene inkl. Produktkosten.
Weitere typische Unterschiede sind:
- Betreuungsform: Traditionelle Vermögensverwalter setzen auf den persönlichen Draht: Beratungsgespräche, individuelle Analysen und langfristige Beziehungen stehen im Fokus. Digitale Vermögensverwalter hingegen bieten eine digitale Betreuung – effizient, automatisiert und rund um die Uhr verfügbar.
- Anlageinstrumente: Traditionelle Berater bieten breiten Zugang zu Einzeltiteln und aktiven & passiven Kollektivanlagen. Digitale Vermögensverwalter arbeiten standardisiert – meist mit ETFs/Indexfonds – und folgen klaren Regeln, oft mit passivem Anlageansatz.
Aus Anlegersicht spricht wirklich nichts dagegen, die traditionellen und digitalen Vermögensverwalter als einen Markt zu betrachten und in diesem Markt den Wettbewerb spielen zu lassen. Economico unterstützt Sie dabei. Aus der Sicht der traditionellen Anbieter bleibt wohl mittelfristig nichts Anderes übrig, als sich dem Wettbewerb mit den digitalen Vermögensverwaltern zu stellen. Einige Anbieter – namentlich verschiedene Kantonalbanken wie die ZKB, TKB, GKB oder BCV – gehen voran und präsentieren ihre Angebote auf der Economico Marktplatz.
Takeaways
- Traditionelle und Digitale Vermögensverwalter stehen in direktem Wettbewerb.
- Entscheidend ist die Nettoperformance.
Takeaways
- Traditionelle und Digitale Vermögensverwalter stehen in direktem Wettbewerb.
- Entscheidend ist die Nettoperformance.
